Vorlesewettbewerb an der Kastulus-Realschule

"Lesen ist Kino im Kopf" - so lautet das Motto des diesjährigen Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels, an dem voraussichtlich wieder um die 600 000 Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufen in ganz Deutschland teilnehmen werden. Der Schulentscheid des Wettbewerbs wurde letzten Freitag unter Corona-Bedingungen an der Kastulus-Realschule ausgetragen, was der Leseleistung und Lesebegeisterung der teilnehmenden Schüler aber keinen Abbruch tat.
Die fünf Klassensieger der 6. Jahrgangsstufe - die "Champions League der Schule" wie sie Schulleiter Wolfgang Korn betitelte, trafen sich um acht Uhr im weihnachtlich dekorierten Konferenzraum der Schule, wo sie einen Vorlesewettbewerb der besonderen Art bestritten. Um dem Hygienekonzept der Schule gerecht zu werden, waren einige Änderungen und Besonderheiten notwendig. So gab es kein Publikum, die Maske durfte nur beim eigenen Vorlesedurchgang hinter einer Glasscheibe abgelegt werden und ein Schüler, dessen Klasse sich in Quarantäne befand, wurde per Videokonferenz zugeschaltet, um auch am Wettbewerb teilnehmen zu können.
In der ersten Runde trugen Jakob Paulus (6a), Florian Heimbeck (6b), Florian Bauer (6c), Vanessa Refeld (6d) und Theresa Haas (6e) eine selbstgewählte Textstelle aus einem Lieblingsbuch vor, wobei die Jury die Lesetechnik, Interpretation und Textstellenauswahl zu bewerten hatte. Jakob Paulus eröffnete die Runde per Videoschalte und gab dem Klassiker "Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse" einen digitalen Auftritt. Anschließend entführten die Vorleser ihre Zuschauer in die Welt der künstlichen Intelligenz (Erebos) und der griechischen Mythologie (Percy Jackson).
Die Lieblingsbuchrunde endete mit Auszügen aus den modernen Bestsellern "Die drei !!!" und "Die Schule der magischen Tiere". Auch die zweite Runde, in der zwei Minuten lang ein Fremdtext vorgelesen wird, der unter normalen Bedingungen von Leser zu Leser weitergereicht wird, musste an die Regeln des Hygienekonzepts angepasst werden, das einen Austausch von Materialien momentan verbietet. So erhielten die Vorleser eigene Kopien der Erzählung "Barbaras starke Blüten", einem Beitrag zum 4.12. in einem literarischen Adventskalender. Statt einer fortlaufenden Handlung durch das Anknüpfen an das Ende der Textstelle des vorherigen Lesers,
erhielten die Zuhörer einen interessanten Einblick in verschiedene Interpretationen der gleichen Textstelle, die die Schüler ohne vorherige Vorbereitung vorlasen. Auch an dieser Runde konnte Jakob Paulus von zuhause aus teilnehmen. Ihm wurde im Vorfeld ein versiegelter Umschlag zugeschickt, der den Fremdtext enthielt. Vor den Augen seiner Konkurrenten und Lehrer brach er das Siegel und bestritt wiederum per Videoanruf seine zweite Runde. Nachdem die Jury bestehend aus Schulleiter Wolfgang Korn, Fachschaftsleiterin Katrin Stadler und Verbindungslehrerin Michaela Wild sich beraten hatte,
konnte allen anwesenden Vorlesern eine Urkunde überreicht werden, schließlich hatten sie ja schon im Vorfeld den Klassenwettkampf für sich entschieden. Den Schulentscheid aber konnte Vanessa Refeld für sich ausmachen. Neben einer Urkunde erhielt sie einen Gutschein von Barbaras Bücherstube, die den Vorlesewettbewerb an der Kastulus-Realschule seit vielen Jahren unterstützt. Vanessa wird ihre Schule im Regionalentscheid im Februar vertreten. Vorlesen ist nicht nur "Kino im Kopf", sondern ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Lesekompetenz. Deswegen freute sich die Kastulus-Realschule besonders, den Wettbewerb - wenn auch in abgewandelter Form - stattfinden lassen zu können und Schule auch während Corona aktiv zu leben.